Hohe Verantwortung, wachsender Zeitdruck, viele Termine und wenige Pausen. Gesellschaft und Arbeitswelt haben sich in den letzten Jahrzehnten grundlegend verändert und werden sich weiter verändern. Die Anforderungen an den Mitarbeiter nehmen stetig zu und beeinflussen auf Dauer die Gesundheit negativ. Hinzu kommt, dass der Altersschnitt der Belegschaft in den nächsten Jahren weiter steigt und es immer schwieriger wird, Fachkräfte für das eigene Unternehmen zu gewinnen.

Doch wie kann man diesen Vorgängen entgegenwirken? Kann es gelingen, die Arbeitsbedingungen so zu gestalten, dass Beschäftigte bei gleichbleibender Produktivität entlastet werden? Wie kann die individuelle Motivation für die Gesunderhaltung gestärkt werden?

Die Arbeitgeber sollten sich mit diesen Fragen auseinandersetzen und beherzt nach Antworten suchen, denn „Wer Leistung fordert, muss Gesundheit fördern!“ (Rudow, 2004, S.21)

Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) als Lösung

Die Effekte individueller und nachhaltiger betrieblicher Gesundheitsförderung konnten mittlerweile in einer Vielzahl von Studien eindrucksvoll nachgewiesen werden. Die Produktivität steigt, die krankheitsbedingten Fehltage sinken und die Beschäftigten sind zufriedener. Als mitarbeiterbindende Maßnahme steigert die betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) außerdem die Attraktivität des Unternehmens für Fachkräfte.

Doch was ist die BGF eigentlich genau?
Nach der Luxemburger Deklaration zur BGF in der Europäischen Union ist es „eine moderne Unternehmensstrategie und zielt darauf ab, Krankheiten am Arbeitsplatz vorzubeugen (einschließlich arbeitsbedingter Erkrankungen, Arbeitsunfälle, Berufskrankheiten und Stress), Gesundheitspotenziale zu stärken und das Wohlbefinden am Arbeitsplatz zu verbessern“.

Um nachhaltig von betrieblicher Gesundheitsförderung zu profitieren, reicht es dementsprechend nicht aus, gelegentlich mal einen Gesundheitskurs im Betrieb anzubieten, oder einen Obstkorb in das Büro zu stellen. Viel mehr bedarf es einer umfassenden und durchdachten Strategie, die sich in den Arbeitsalltag eines jeden Mitarbeiters integrieren lässt.

Besonders bei Konzernen und großen mittelständischen Unternehmen ist eine umfangreiche und strukturierte betriebliche Gesundheitsförderung schon lange verbreitet. Die Zahlen der kleinen und mittleren Unternehmen, die in die Gesundheit ihrer Beschäftigten investieren, steigen seit einigen Jahren stetig an. 2015 haben bereits 6,5% der befragten Unternehmen mit über 500 Mitarbeitern mehr als 25.000€ im Jahr für betriebliche Gesundheitsförderung ausgegeben. 9% gaben bis 25.000€ hierfür im Jahr aus und 32,2% der Unternehmen wollten ihre finanziellen Ressourcen für das nächste Jahr aufstocken (Lüerßen, 2015). Unternehmen, die schon vor Jahren die betriebliche Gesundheitsförderung in den Geschäftsalltag integriert haben, besitzen heute einen Wettbewerbsvorteil gegenüber den Mitbewerbern. Für immer mehr Betriebe wird die BGF somit ein entscheidender Schlüssel, um Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit auch in Zukunft zu wahren und auszubauen.

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